APRO.CON KI

APRO.CON Jens Eden mit Kentkragen Bildnachweis KI-generiertes Symbolbild erstellt von H zwo B mit ChatGPT (OpenAI)

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig: Küchenbeil statt Maus und Tastatur: Jens Eden tauschte für das Interviewfoto auf die Schnelle sein Handwerkszeug. (KI-generiertes Symbolbild, erstellt von H zwo B mit ChatGPT (OpenAI))

Prompt erfolgreich? Alle sprechen über KI. Wir auch. Mit Jens Eden, APRO.CON-Geschäftsführer – darüber, wie wir intern KI-Tools bereits nutzen und was wir noch vorhaben. Vorab: Dies ist kein KI-Text. Die Bilder schon.

Herr Eden, Butter bei die Fische. Welche Rolle spielt KI für APRO.CON schon heute im Tagesgeschäft mit Ihren Kunden?

Jens Eden Wir nutzen KI-Tools seit etwa einem Jahr intern intensiv als unterstützendes Werkzeug in unserem Support.
Die KI-Unterstützung ist hier unschlagbar beim Abruf und der Beschaffung intern wie extern vorhandenen Wissens und führt
zu einer deutlich spürbaren Entlastung unserer Supportmitarbeiter. Unser Ziel ist es, den Kundensupport, für den viele
Kunden uns immer wieder loben, noch weiter zu verbessern. Mit den KI-Tools wollen und können wir noch schneller und präziser auf Kundenanfragen und Servicetickets reagieren.

Aber, das muss auch gesagt werden: Dieses Plus an Servicequalität dank Einsatz der KI bekommt man nicht geschenkt! Der Mehrwert macht sich erst wirklich bemerkbar, wenn man im Vorfeld seine Hausaufgaben vernünftig gemacht hat.

Gleiches gilt für den Bereich der Softwareentwicklung, in dem wir weitere KI-Tools mit anderen Fähigkeiten als im Support nutzen. Auch hier waren umfangreiche manuelle Vorarbeiten notwendig, um dafür zu sorgen, dass der „KI-Kollege“ immer
in der Spur bleibt.

Können Sie das etwas präzisieren?

Jens Eden Die meisten von uns, die z. B. für eine Suche im Internet mit dem KI-Modus arbeiten, haben sicherlich schon die Erfahrung gemacht, dass die KI ihnen mitunter merkwürdige oder gar offensichtlich fehlerhafte Ergebnisse liefert. Kurzum,
die KI „halluziniert“. Warum? Entweder der Befehl, sprich: der Prompt an die KI ist nicht präzise genug, sodass die KI nicht wissen kann, was das Anliegen des Nutzers ist. Oder die Datenbasis, auf welche die KI zugreift, reicht qualitativ nicht aus. Im schlimmsten Fall greift ein schlechter Prompt auf eine schlechte Datenbasis zu.

Wir haben deshalb sehr viel Energie und Zeit in den Aufbau unserer Wissensdatenbank reingesteckt und pflegen diese konsequent weiter, damit diese für unsere Supportmitarbeiter nicht nur gut durchsuchbar ist, sondern auch stets aktuelle
zuverlässige Ergebnisse liefert. Das erforderte – Stichwort: Prompting – auch Einarbeitungen sowie Trainings- und Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter.

Gibt es konkrete Pläne, KI-gestützte Funktionen in der APRO.CON Warenwirtschaftssoftware bereitzustellen?

Jens Eden Ja, das ist der nächste logische Schritt, den wir gehen werden. Derzeit sind wir im Verbund der SYNER.CON Partner dabei, die ersten Angebote für unsere Kunden festzulegen. Unsere bisher intern gemachten KI-Erfahrungen sind dabei sehr wertvoll, was mit KI geht und wo wir sie sinnvoll einsetzen können. Wir sehen da aber genau hin. Denn nicht alles, was erst einmal gut klingt oder auf den ersten Blick attraktiv erscheint, ist mit KI am Ende auch sinnvoll umsetzbar. Die Messlatte ist, dass wir unseren Kunden damit auch einen echten Mehrwert bieten.

Was werden die ersten KI-Funktionen sein, welche APRO.CON Anwender einsetzen können werden?

Jens Eden Als Erstes planen wir die Einführung einer KI-gestützten Suche in APRO.CON für die Nutzer sowie KI-unterstützte
Funktionen für das Bestellwesen. Mit der KI-Suche innerhalb von APRO.CON möchten wir den Anwendern einen Chat-Assistenten zur Seite stellen. Dieser Chat-Assistent wird in der Lage sein, sowohl auf die Nutzung der Software bezogene wie auch operativ und betriebswirtschaftlich wichtige Fragen zu antworten. Der Chatbot soll Antworten liefern auf Fragen wie zum Beispiel: Warum ist ein bestimmter Artikel nicht verfügbar? Welche offenen Bestellungen betreffen den Lieferanten X? Was sind meine Top-10 Artikel mit sinkender Marge? Oder: Wie buche ich eine Retoure?

„KI ist kein Allheilsbringer. Wir setzen sie nur dort ein, wo sie Arbeitserleichterungen schafft oder den Kunden echten Mehrwert bietet.“

Bei den KI-Funktionen für das Bestellwesen liegt der Fokus darauf, den Anwendern je Artikel und Filiale bessere, sprich: optimierte Bestellvorschläge zu unterbreiten. Die KI berücksichtigt hierzu mengenrelevante Faktoren wie die bisherige Absatzhistorie, Wochen- und Feiertage, saisonale Einflussfaktoren, Wetteraussichten, aber auch Aktionen, Mindestbestände und Lieferzeiten. Daraus abgeleitet könnte eine Empfehlung etwa lauten, vor dem Hintergrund der genannten Faktoren wie Wetter etc. für nächsten Samstag mit 18 Prozent mehr Absatz bei den Grillartikeln zu rechnen und die Bestellmenge entsprechend anzupassen.

Welche Rolle spielt die KI im weiteren Sortiment, welches die SYNER.CON Partner vermarkten?

Jens Eden Mit den Mettler-Toledo FreshAI Waagen führen unsere Partner Waagen in ihrem Sortiment, die mittels Kamera und KI-Algorithmen kontinuierlich dazulernen, Artikel zu erkennen. Im übertragenen Sinne geht es darum, Äpfel von Birnen unterscheiden zu können. Praktisch gesprochen bewegen wir uns nicht auf der sprichwörtlichen Ebene, Äpfel von Birnen zu unterscheiden, sondern: Welcher Apfel ist das – Boskop oder Granny Smith?

Erste APRO.CON Kunden haben diese Waagen in unserem Marktsegment Direktvermarkter und Hofläden bereits als Bedienwaagen erfolgreich bei sich im Einsatz. Wie im Fleischerhandwerk drückt auch Hofläden und Direktvermarkter beim
Thema Fachpersonal häufig der Schuh. Soweit wir es einschätzen können, steht hier bei der Investitionsentscheidung der Betriebe für eine KI-Waage vor allem die Unterstützung ihrer Mitarbeiter im Vordergrund. In vielen Fällen bedienen
saisonale Aushilfen und Teilzeitkräfte, die sich mit dem Sortiment nicht so im Detail auskennen. Die Waage mit KI-gestützter
Produkterkennung soll hier den Mitarbeitern eine möglichst einfache Bedienung der Waage ermöglichen und gleichzeitig
das Risiko fehlerhafter Verwiegungen auf Grund falscher Produktzuweisungen minimieren.

Herr Eden, danke für das Gespräch!

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