SB-Kiosk und Biergarten statt klassischer Filiale. Kurs- und Generationswechsel: Mitte 2025 übernahm Tim Hedderich die elterliche Landmetzgerei mit eigener Schlachtung im hessischen Trebur. Das neue Konzept: Abschied vom Ladengeschäft, stattdessen SB-Hofladen und Umbau des vorherigen Schweinestalls zu Küche und Biergartenausschank.
Außerhalb 29. Der Straßenname deutet es bereits an: Mit viel Laufkundschaft ist nicht zu rechnen. Inmitten freier Natur grasen Tim Hedderichs Charolais-Rinder hier in Weidehaltung. Gleich nebenan: sein Biergarten, der SB-Hofladen und Schlachtraum der Landmetzgerei. Eine beliebte Ausflugsgegend nahe des Rheinufers, die Radler, Wanderer und Tagesausflügler aus der Region anzieht.
Mut zu Neuem!
„Durch unsere abgelegene Lage wurde es immer schwieriger, Personal für den Thekenverkauf zu finden. Auch die Nachfrage
war mit der zunehmenden Konkurrenz durch Supermärkte und einem heute anderen Einkaufsverhalten irgendwann nicht
mehr so wie früher“, sagt Tim Hedderich. Dass die Qualität der Produkte aus eigener Schlachtung stimmt, stand für Vater
und Sohn außer Frage. Und die Wildspezialitäten aus dem eigenen Jagdrevier rund um Trebur waren schon immer sehr
gefragt.
Wie also auf die Herausforderungen reagieren und aus der besonderen Lage nahe des Rheinufers vielleicht sogar eine Stärke machen? Gemeinsam mit seiner Frau Lea fasste Tim Hedderich den Entschluss, einen Biergarten mit kleiner Strandbar und Liegewiese zu eröffnen und den Verkauf komplett auf Selbstbedienung umzustellen. Tim Hedderich: „Es gab mit der ‚Wacht am Rhein‘ hier schon 1888 erstmals eine Gastronomie. Das wollten wir wiederbeleben.“ Im Juni 2025 erfolgte dann die Eröffnung von Biergarten und SB-Hofladen.
Digitalisierung aller Bereiche
Mit dem Generationswechsel erfolgte auch der Umstieg von Stift und Schreibblock auf die APRO.CON Warenwirtschaftssoftware und die CASSABOX-Lösung des SYNER.CON-Partners Binarytec. „Bei der Entscheidung für APRO.CON haben wir einem guten Freund vertraut, der damit schon arbeitete und meinte, da gibt es nichts Besseres“, so Tim Hedderich. „In Richtung SB-Hofladen hatten wir uns zwar nach Alternativen umgesehen. Aber da fehlten mir die Bereiche Produktion und Kalkulation für unsere Schlachtungen.“ Vom Schlachtbetrieb über den Biergarten bis zum SB-Hofladen hat die Landmetzgerei jetzt digital alles unter einem Dach. „Das war am Anfang für einen Betrieb unserer Größe kostenintensiv. Aber nach etwas mehr als einem Jahr kann ich sagen, das rechnet sich auf alle Fälle.“ Und ja, es war anfangs auch arbeitsintensiv, galt es doch erst einmal die Produkte und Rezepturen des mehrere Dutzend Artikel umfassenden Sortiments einzupflegen. Erfolgten Kalkulationen zuvor noch Pi mal Daumen, sind sie heute für jedes Produkt mit handfesten Kosten für Material, Personal etc. hinterlegt. „Das macht einen Riesenunterschied! Heute ist mir klar, wo wir früher vielleicht sogar noch
Geld drauflegten und welche Produkte vielleicht Ladenhüter waren, da die Preise zu hoch waren.“
Tim Hedderich nutzt die Kalkulation in der APRO.CON Warenwirtschaft aber nicht nur für den Verkauf seiner Fleisch- und Wurstwaren im SB-Hofladen. Ob Personal, Reinigung oder Spülmaschine für den Biergartenbetrieb: Auch diese Kosten sind in APRO.CON hinterlegt. Tim Hedderich splittet Gastronomie und Hofladen nach Warengruppen, um präzise kalkulieren zu können. Dank der in APRO.CON hinterlegten Rezepturen ist das Herstellungswissen in der Warenwirtschaft hinterlegt. Tim Hedderich: „Das hat uns zuvor komplett gefehlt. Jetzt können wir Produktionspläne ausdrucken, an die Wand hängen und jeder kann es nachmachen.“
Mut lohnt sich!
Tim Hedderich zieht ein positives Zwischenfazit des Kurswechsels auf Gastro und SB: „Der Biergarten war im ersten Jahr unser Hauptgeschäft. Viele wussten damals noch nicht, dass wir über den SB-Hofladen weiter verkaufen. Unsere Biergartengäste haben mit ihrer Mund-zu-Mund-Propaganda den Hofladen besser als jede Werbemaßnahme bekannt
gemacht. Die Nachfrage ist dadurch im zweiten Jahr so gestiegen, dass wir zusätzlich noch in einen Doppelkammervakuumierer und einen weiteren Tiefzieher investierten. Die SB-Etikettierung, die wir zum Start über die Gastro-Kasse aus APRO.CON machten, stellen wir gerade mit der APRO.CON Etikettierung auf einen separaten Etikettierer um.“ SYNER.CON-Partner Christian Braun betreut die Landmetzgerei. Tim Hedderich packt seine positiven Erfahrungen dazu
in eine Anekdote: „Ich habe versehentlich einmal sonntags das ganze System lahmgelegt. Ein Anruf bei Christian – und nach 35 Minuten lief alles wieder!“
Foto: Daniel Herbst
